Anna Jermolaewa

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When the future American proletariat has won, they will erect no monument to Disney, neither in their hearts, nor on streets or town squares, but they will be thankful to the man who gave them 'breathing spaces' while they fought to survive in the merciless 'social paradise' of democratic America.

(Eisenstein's essay on Walt Disney from his unfinished book, published by Ad Marginem Press, Moscow 2014)

 

An der Wand unter der Galerie hängt der Werkkomplex Disney-Look mit einem Video, Texten der 1970er-Jahre und einem dem Bart von Walt Disney nachempfundener Neonbart als Objekt. Diese Arbeiten reflektieren in humorvoller Weise den sogenannten Disney-Look, strenge Verbote für Mitarbeiter für Kleidung, Rauchen, Essen, Kosmetik, aber vor allem für die Gesichtsbehaarung. Als 1955 Disneyland eröffnet wurde, untersagte Walt Disney, selbst Bartträger, den Angestellten Bart zu tragen, um einen adretten und professionellen Eindruck zu erreichen. 2000 folgte die Sensation: Schnauzer wurden enttabuisiert, Oberlippenbärte erlaubt. Seit 2012 dürfen männliche Angestellte Bärte tragen, die nicht über 13 Millimeter hinausgehen, auch wenn die Auflagen noch immer nicht ganz verschwunden sind. Jermolaewa hat mit etlichen Angestellten verschiedener Generationen über diese Zwangsverordnung und ihr Verhältnis dazu gesprochen und daraus einen Film gedreht, der dieses Verbot ironisiert und gleichzeitig als Eingriff in die persönliche Freiheit kritisiert.

Text: Petra Noll