Anna Jermolaewa

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  [...] Dass Anna Jermolaewa sich in ihrer letzten Videoarbeit Ecce Multitudo (2017) in die Rolle eines Aktmodells begibt und vor einer Klasse der Akademie der bildenden Künste Wien, wo sie einst selbst studiert hat, verschiedene klassische Posen einnimmt, um sich von den Studierenden zeichnen zu lassen, passt deshalb gut zu dieser Auseinandersetzung mit den Bildwerdungen des Subjekts und den Folgen, die diese zeitigen können. Gerade weil er innerhalb eines vermeintlich antiquierten Szenarios agiert, sagt der zum reinen Blickobjekt gewordene Körper der Künstlerin, der im Video diesen Blick auf uns zurückwirft, viel aus über mediale Rückkopplungsmechanismen. Bilder nicht allein als passive Repräsentationen zu werten, sondern in ihrer aktiven Funktion zu beleuchten und KünstlerInnen und BetrachterInnen gleichermaßen als AkteurInnen und TeilhaberInnen eines größeren sozio-politischen Feldes zu berücksichtigen ist und bleibt schließlich eine wichtige Aufgabe gerade auch der Gegenwartskunst.
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  [...] The fact that Anna Jermolaewa, in her most recent video work Ecce Multitudo (2017) takes on the role of a nude model and assumes various classical poses in front of a class in the Academy of Fine Arts in Vienna, where she was once a student, so that the students can draw her, therefore fts in well with this concern for the way the subject becomes an image and the consequences that can bring. Precisely because it is acting within a scenario that might be assumed to have grown antiquated, the artist’s body, which has now become a mere viewing object, says a great deal in the video, where it rejects this gaze back upon us, about feedback mechanisms in the media. Not only to judge pictures as passive representations but to illuminate them in their active function and to consider artists and viewers equally as actors and participants in a larger socio-political context is and will ultimately still remain an important task in contemporary art.
  Müller, Vanessa Joan: Anna Jermolaewa. Portfolio, in: Eikon, 2018, #101, S. 45