Anna Jermolaewa

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Anfänglich aus Küssen und verliebtem Geplänkel bestehend, kippt das vermeintliche Liebesspiel der zwei Mickymaus-Masken tragenden Protagonisten rasch in aggressive Intimitäten und Überschreitungen, die sich in Bissen und dem Versuch, die Maske des Gegenübers zu zerfetzen, äußern. Begleitet wird das Video vom gepitchten Sound schräger – einer vermeintlichen Comicsprache entlehnter – Töne, die das Ihrige dazu beitragen, sozialen Interaktionen einen Zerrspiegel vorzuhalten und den schmalen Grat zwischen Berührung und Verletzung, Liebe und Abhängigkeit zu zeigen. Mithilfe der Ambivalenz des scheinbar harmlosen Mickymaus-Motivs gegenüber der prinzipiellen Verdächtigmachung durch die Maskierung erzeugt Jermolaewa in Kiss eine subtile Spannung zwischen aberwitzigem Humor, exaltierter Paarerotik und kaltblütiger Gewalt.

Alexandra Hennig

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Die Liebe lässt Jermolaewa in ihrem Video „Kiss“ (2006) in Form zweier gleicher Mickeymaus Masken sich spielen, die sich anfangs zärtlich küssen, im wachsenden Übermut kleine Fetzen aus dem Gesicht beißen und sich am Ende ganze Stücke vom Leib reißen. So wird ein Prozess von sich lieben, sich einander öffnen, die dadurch implizierte Abhängigkeit voneinander, und die daraus folgenden Möglichkeiten sich zu verletzen oder verletzt zu werden, durch eine geballte Verbildlichung emotional seziert.

Auszüge aus den Texten von Karin Pernegger und Lene Leicht, 2006.

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In her video Kiss (2006), Jermolaewa lets love play in the shape of two Mickey Mouse masks, who, initially kissing each other fondly, start, with growing exuberance, biting off little bits from the others’ faces until eventually they tear whole pieces from the others’ bodies. A process of loving, opening-up, producing dependencies, and consequent possibilities of hurting or getting hurt is emotionally dissected trough a concentrated use of imagery.

Excerpts from the texts by Karin Pernegger and Lene Leicht, 2006.