Anna Jermolaewa

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Die Arbeit bezieht sich auf Anna Jermolaewas Ankunft in Wien im Mai 1989, als sie nach ihrer Flucht aus der Sowjetunion einige Tage auf einer Bank am Westbahnhof verbrachte. Ohne Pathos filmt sich die Künstlerin 17 Jahre nach ihrer Auswanderung bei dem schier aussichtslosen Versuch, auf dem Bahnhofsmobiliar eine geeignete Schlafposition zu finden, und weist damit auf das unbequeme Design von Sitzmöbeln im öffentlichen Raum hin, das dazu gedacht ist, das Verweilen von Obdachlosen zu unterbinden. Ungeachtet der subtilen Bevormundung durch den Staat präsentiert sich das Milieu des Westbahnhofes weniger als Beispiel eines modernen Transitraumes und Konsumparadieses denn als Sammelbecken und Treffpunkt derer, die am Rand der Gesellschaft stehen.

Alexandra Hennig